Arbeitseinsätze

Am Samstag 15.02.2020 treffen wir uns um 9:00 Uhr auf dem Palmberg bei den Garagen zu Vorbereitungsarbeiten für den PFC Umzug am Sonntag. Mit den Aufräumungsarbeiten wollen wir am Montag 17.02.2020 um 15:00 Uhr beginnen. Auch dazu ist jede helfende Hand herzlich willkommen.

PFC Umzug am Sonntag 16.02.2020

Der Verpflegungsstand des Heimat- und Wandervereins steht traditionsgemäß, wieder gegenüber dem Rathaus in Poltringen. Dort bieten wir Schupfnudeln mit Kraut, heiße Rote sowie Bier, Glühwein, Punsch alkoholfrei, Kaffee und Sekt an. Das Standpersonal ist ab 9:00 Uhr zur Vorbereitung eingeteilt. Wir bewirten ab 11:00 Uhr.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Kindesentführung“

Am 17. Februar 1998 wurde die siebenjährige Sharon aus Poltringen von ihrem eigenen nichtehelichen Vater, Wilfried H., entführt. Die Mutter, die Krankenschwester Ines K., suchte in ihrer Verzweiflung Hilfe bei der Elterninitiative „Vermisste Kinder“ in Hamburg. Ein Foto der kleinen Sharon wurde auf der Internetseite www.initiative-vermisste-kinder.de veröffentlicht.

Im Mai 1999 meldete sich ein Mann aus San Carlo, Mexiko, der das Kind bei seinen Nachbarn erkannt hatte. Die Polizei wurde eingeschaltet, Verbindungen zur deutschen Botschaft in Mexiko hergestellt. Über einen Privatdetektiv nahm Ines K. Kontakt zu dem ProSieben-Reporter Bernd Liesert auf. Der Fernsehsender Pro Sieben meldete Interesse und übernahm die Flugkosten für die Mutter nach Südamerika. Zusammen mit dem Reporter und einem Kameramann flog die Mutter nach Mexiko, um ihre Tochter zu befreien. Eine Ausstrahlung der Reportage erfolgte im TV Magazin SAM am 23., 24. und 25.06.1999 jeweils um 13:30 Uhr.

Dann wurde es noch einmal richtig dramatisch“, erzählt Monika Bruhns von der Elterninitiative. „Am Freitag wollte Ines fliegen. Aber am Donnerstag erhielten wir die E-Mail, dass der Vater geflüchtet sei. Mit Hilfe der Polizei wurde er vorläufig festgehalten. Bei der Gegenüberstellung mit der Mutter seiner Tochter behauptete er, dass er diese Frau nie gesehen habe. Erst mit Hilfe zahlreicher Dokumente konnte nachgewiesen werden, dass Sharon zu Ines gehört.“

Der Vater, in Deutschland bereits per Haftbefehl gesucht, wurde von der mexikanischen Polizei an Ort und Stelle zusammen mit seiner Lebensgefährtin verhaftet. Seine Passangaben sowie die seiner Freundin waren gefälscht, auch das Kind lebte unter falschem Namen. Wilfried H. wurde am 19. Juni 1999 nach Deutschland ausgeliefert und dem Haftrichter vorgeführt. Sharon lebte dann wieder bei ihrer Mutter.

Quellen: Hamburger Abendblatt vom 22.06.1999 und Golem.de vom 20.06.1999

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Arbeitseinsätze

Am Samstag 15.02.2020 treffen wir uns um 9:00 Uhr auf dem Palmberg bei den Garagen zu Vorbereitungsarbeiten für den PFC Umzug am Sonntag. Mit den Aufräumungsarbeiten wollen wir am Montag 17.02.2020 um 15:00 Uhr beginnen. Auch dazu ist jede helfende Hand herzlich willkommen.

PFC Umzug am Sonntag 16.02.2020

Der Verpflegungsstand des Heimat- und Wandervereins steht traditionsgemäß, wieder gegenüber dem Rathaus in Poltringen. Dort bieten wir Schupfnudeln mit Kraut, heiße Rote sowie Bier, Glühwein, Punsch alkoholfrei, Kaffee und Sekt an. Das Standpersonal ist ab 9:00 Uhr zur Vorbereitung eingeteilt. Wir bewirten ab 11:00 Uhr.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Findelkind in Poltringen“

In der Nacht des 8. November 1984 fand die Poltringer Familie Tenner / Uhland um 4:30 Uhr auf der Treppe ihres Hauses in der Poltringer Hauptstraße 95 ein in einen grauen Plastikmüllsack eingewickelten Säugling. Da die Mutter vermutlich wollte, dass ihr Baby gefunden wird, hatte sie die Bewohner bei der Aussetzung durch ein langanhaltendes Klingeln an der Tür geweckt.

Der männliche Findling mit dunklerer Hautfarbe war zu diesem Zeitpunkt zwischen sechs und 24 Stunden alt, wog 3.000 Gramm und maß 50 Zentimeter. Es wurde vermutet, dass die „Kindesaussetzerin“ in einem „streng religiös-moralischen Milieu“ verwurzelt sein könnte. Darauf deutete auch der Zustand des Baby-Nabels hin. Das Kind wurde wahrscheinlich ohne ärztliche Hilfe zur Welt gebracht. Spätere Untersuchungen ergaben, dass der Kindsvater aus Nordafrika stammen könnte.

Das Baby kam in eine Pflegefamilie und wurde später, nachdem erfolglos ein Jahr Ermittlungen zu den leiblichen Eltern stattfanden, von einer wohlhabenden Familie im Großraum München adoptiert.

Aus: http://www.vaeternotruf.de/findelkind.htm

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Dreikönigs-Preisbinokel in der Palmberghütte

Zum diesjährigen Preisbinokel in der Palmberghütte in Poltringen gab es am Vorabend zum Dreikönigstag zur Freude der Veranstalter mit 44 Teilnehmern ein nahezu volles Haus. Ein freier Platz wäre noch zu vergeben gewesen, aber auch so war das Gedränge groß, platzte die Hütte bei der Umtriebigkeit, die das Binokel somit sich bringt, doch schier aus allen Nähten.Der Spielplan sah 3 Spielrunden mit jeweils 12 Spielen vor, die gleichzeitig auf Grund der ungeraden Teilnehmerzahl an 14 Tischen auszuspielen waren. Die Tischbesetzung wurde zu Beginn einer jeden Spielrunde neu ausgelost. Ja und so wurde gemischt, gereizt, gespielt, gezählt, gewonnen und manchmal verloren, bis nach etwa 4 Stunden die Sieger feststanden. Timo Zeeb aus Mönchberg hat es als Newcomer mit 8040 (!!!) Punkten auf Anhieb geschafft, auf das Siegertreppchen zukommen. Ein Geldpreis in Höhe von 120,00 € war der verdiente Lohn. Den zweiten Platz, mit einem Preisgeld in Höhe von 70,00 € dotiert, belegte Manfred Liebig aus Neustetten gefolgt vom Lokalmatador Rudi Popp aus Poltringen, der sich immerhin noch über 40,00 € freuen konnte. Natürlich durfte eine Reihe von Sachpreisen nicht fehlen, so dass über die Hälfte der Teilnehmer etwas nach Hause bringen konnte.

Ein Dankeschön gilt den Wirtsleuten Anneliese + Anneliese, die auch dieses Jahr einpaar Dauerspieler bis weit in die Nacht versorgten mussten.

Egon Bischofberger

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Auswanderung“

Verschiffungskontrakt für 52 Auswanderer von Mössingen von Heilbronn über Rotterdam nach New York von 1852

Im 19. Jahrhundert gab es im größeren Umfang Auswanderungen aus Poltringen und in ganz Deutschland vor allem ab den 1840er Jahren Richtung Nordamerika. Vorher waren die Ziele der Auswanderung eher in Europa. Die Gründe waren fast immer wirtschaftliche Not. Diese Entwicklung endet dann mit dem dt.-frz. Krieg und der Gründung des Dt. Kaiserreiches 1870/71. Genannt ist meist nur das Familienoberhaupt, hinter jedem untenstehenden Namen stehen aber oft noch mehrere Familienangehörige. Bewilligt wurde die Auswanderung erst, wenn alle Schulden bezahlt waren und bei Männern der Wehrdienst abgeleistet war.

  • Matthäus Rausch, Bauer (*1778; 1816 – Niederlande, Den Haag)
  • Leo Kittel (1833 – Österreich, Wagrain / Ungenach-Geretsberg)
  • Dominikus Klaiber (1834 – Ungarn)
  • Silvester Klaiber (1834 – Ungarn)
  • Kreszentia & Andreas Bizenberger, Kinder 14 & 12 Jahre alt (Böhmen, Königsberg)
  • Franz Peter Biesinger, Schreiner (*1814; 1840 – Nordamerika, Louisiana)
  • Johann Baptist Wiesenfath, Scherenschleifer (Amerika)
  • Augustin & Rosa Keller (Amerika)
  • Josef & Franziska Sailer (Amerika)
  • Simon Kittel, Stricker (*1798; 1847 – Nordamerika)
  • Augustin Keller, Maurer, mit 9 Kindern (1848 – Nordamerika)
  • Joseph Sailer, Schuhmacher, mit 8 Kindern (1848 – Nordamerika)
  • Alexander von Kisfaludi, unehelicher Sohn der Maximiliane v. Kisfaludi geb. Freiin v. Ulm, (*1831; 1848 – Österreich, Wien), Auswanderung und geplanter Eintritt in die k. k. Armee endeten erfolglos, am 30.12.1848 stellt sein Pfleger, Revierförster Belthle aus Entringen, fest: „Mein Pflegling ist ein Mensch, an dem alle bisherigen Bemühungen, ihn zu einer geordneten Bestimmung vorzubereiten, fehlschlugen… Auch die Hoffnung (ihn in Wien unterzubringen) scheint bei dem ganz leichtsinnigen jungen Menschen nicht in Erfüllung zu gehen, und es bleibt daher nichts übrig als daß er in seine Heimat zurück- kehre… Daher Bitte an Magistrat zu Wien, daß man den Menschen mit Laufpaß nach Hause weise, (wobei) ich mich verbindlich mache, zu diesem Zwecke 120 fl Reisegeld zu senden, adressiert an den Magistrat in Wien.“
  • Johannes Sailer, Bauer (*1825; 1849 – Nordamerika, Michigan)
  • Anton Schaible, Bauer (1851 – Nordamerika)
  • Michael Schmid, Gastgeber (*1834; 1851 – Ungarn, Pest)
  • Barbara Wellhäuser mit unehelichem Sohn (*1816; 1852 – Nordamerika)
  • Rochus Pfeffer, Zimmermannsmeister (1852 – Nordamerika)
  • Johanna Nortz, Dienstmagd, mit unehelicher Tochter (1853 – Nordamerika)
  • Wolfgang Harr, Zimmermann (1853 – Nordamerika, Detroit)
  • Lydwina Keller mit unehelicher Tochter (*1823; 1853 – Nordamerika)
  • Johannes Roll, Zimmermann und Mühlenbauer (*1813; 1853 – Nordamerika)
  • Josephine Roll (*1837; 1854 – Nordamerika)
  • Regina Roll (*1833; 1854 – Nordamerika)
  • Ignaz Fritz, Soldat/Reiter, früher Bauer (*1815; 1854 – Nordamerika)
  • Joseph Fritz (*1814; 1854 – Nordamerika), Auswanderung wurde erst bewilligt nachdem sich Theresia Sailer und Maria Biesinger aus Oberndorf bezüglich deren Alimentenforderungen als abgefunden erklärt hatten
  • Florian Wellhäuser, Bauer (*1834; 1854 – Nordamerika)
  • Konrad Schiebel, Bauer, mit 6 Kindern (*1787; 1854 – Nordamerika)
  • Constantin Sailer (1854 – Amerika)
  • Albert Sailer (*1838; 1855 – Australien)
  • Andreas Sailer, Schreiner (*1835; 1855 – Australien)
  • Ludwig Lay (*1840; 1855 – Nordamerika)
  • Ignaz Wellhäuser, Maurer und Steinhauer (*1837; 1857 – Nordamerika)
  • Vinzenz Bizenberger, Leinenweber (*1819; 1860 – Nordamerika)
  • Franziska Rausch (*1844; 1860 – Nordamerika)
  • Stephan Sailer, Bauer (1860 – Amerika)
  • Thomas Biesinger, Schneider (*1819; 1861 – Nordamerika)
  • Clemens Bizenberger, Veterinär (*1838; 1865 – Frankreich, Beblenheim / Kaysersberg)
  • Constantin & Dorothea Mathilde Haar, Schuhmacher (*1835; 1866 – Nordamerika, New York)
  • Thaddae Schaible, Posthalter (Amerika, Michigan)
  • Katharina Ammann (*1831; 1868 – Schweiz, Genf / Petit Lancy)
  • Rosa Sailer (*1846; 1868 – Nordamerika, New York)
  • Theresia Rausch (1868)
  • Johann Baptist Eipper, Taglöhner (*1849; 1869 – Nordamerika, New Orleans)
  • Josef Sailer, Schuhmacher (*1847; 1869 – Nordamerika, New Orleans)
  • Josephine Heh (1869 – Amerika)
  • Karl Sailer, Bäcker (*1851; 1869 – Amerika)
  • Theresia Wellhäuser (*1836; 1870 – Nordamerika)
  • Marie Wolpert (19. Jh. – Türkei, Ägypten, Istambul, Alexandrien), Bericht des Oberamt an K. Min. der auswärt. Angelegenheiten vom 23.5. 1872 betr. Bitte des Mechanikus Dollinger, Assistent am physikal. Kabinett der Universität Tübingen (verheiratet mit Susanna geb. Wolpert aus Poltringen) „um Einziehung sicherer Nachricht über Leben oder Tod seiner Schwägerin Marie Wolpert, „welche – wie es scheint – entweder in Constantinopel oder in Alexandrien gestorben sein soll.“
  • Florian Sailer (1935, Brasilien)

Die vorstehende Liste ist zusammengestellt aus dem Heimatbuch von 1971 S. 141-144 und der Auswandererliste von LEO-BW, des landeskundlichen Informationssystems für Baden-Württemberg (hier auch weitere Personendetails): https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_auswanderer/16228/Auswanderer+aus+Poltringen

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Die Römerstraße in Poltringen“

Durch die Poltringer Gemarkung führt eine Römerstraße, welche die römischen Zivilstädte Sumelocenna / Nicer (Rottenburg bzw. Sülchen / Neckar) mit Portus / Antina (Pforzheim / Enz) verband. Die Straße führte gradlinig von Rottenburg kommend an Wurmlingen vorbei nach Unterjesingen / Pfäffingen, wo sie einen scharfen Knick Richtung Westen macht und dann unter den heutigen Straßen „Im Schönblick“ und „Ziegeläckerstraße“ auf der Hochebene schnurgerade durch Poltringen Richtung Altingen führt. Auf Höhe des Pferdehofes Schmid und des Türlesbronnwäldchen passierte sie damals römische Gutshöfe (Villa Rustica). In der Verlängerung nach Osten führte die Straße weiter nach Grinario (Köngen), einem Militärlager und Zivilort (Vicus).

Wandkarte aus dem Römermuseum Rottenburg

Römische Straßen waren immer möglichst geradlinig und steigungsfrei geführt und vorzugweise auf der Höhe und nicht in den sumpfigen Talgründen angelegt, wo auch eine gradlinige Anlage schwierig gewesen wäre. Die Straße war keine militärisch bedeutsame und voll ausgebaute Hauptverbindung, aber eine wichtige regionale Route. Die wichtige Hauptroute führte vom Legionslager Argentorate / Rhenus (Straßburg / Rhein) und Vindonissa (Windisch / CH) zum Limes oder nach Castra Regina / Danubius (Regensburg / Donau) durch Sumelocenna, aber nicht durch Poltringen.

Vor den römischen Straßen gab es in unserer Region keine Straßen im engeren Sinne. Die Trassen der römischen Straßen erhielten sich aber über Jahrhunderte und sind selbst heute nach maßgeblich für moderne Straßenführungen. Zudem kann man an den vorgenannten Orts- und Flussnamen teilweise eine interessante 2000 jährige Kontinuität der Benennung erkennen.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Einladung zum nächsten Treffen der Arbeitsgemeinschaft

Das nächste Treffen der Arbeitsgemeinschaft Poltringer Heimatgeschichte findet am 22. Oktober 2019 ab 18:30 Uhr in der Palmberghütte statt. Das Thema wird „Schule im Schloss“ sein.

Außerdem kommt Herr Wegner, der an der Universität Tübingen für geschichtliche Landeskunde zuständig ist, vorbei. Er sucht alte Inschriften z. B. an Gebäuden bis 1806.

Katrin Flaisch | Schriftführerin